Chimp Eden: Ein Paradies für verwaiste Schimpansen in Südafrika
Jane Goodall Institut - Austria
In der Sanctuary Chimp Eden in Südafrika bekommen die Opfer des Buschfleisch- und Wildtierhandels sowie der Unterhaltungsindustrie eine zweite Chance auf ein glückliches Leben.

Dürfen wir vorstellen: Mary – eine Schimpansengeschichte aus Chimp Eden

Mary ist einer von 33 Schimpansen, die in Chimp Eden ein zweites Zuhause gefunden haben. Ihre glückliche Kindheit in freier Wildbahn im Kongo hatte ein dramatisches Ende, als Mary’s Mutter von Wilderern wegen Buschfleischs erschossen wurde. Das schutzlose, verwaiste Schimpansenmädchen wurde über die Grenze in den Sudan geschmuggelt. Ihr Glück war, dass sie vom Militär entdeckt und aus der Gewalt der Entführer befreit wurde. Zusammen mit sechs anderen Schimpansenwaisen, die heute die Namen Marco, Mowgli, Bazia, Charlene, Azzie und Tamu tragen, fand sie 2008 in Chimp Eden ein sicheres Zuhause. Die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit haben die jungen Schimpansen zusammengeschweißt und so leben sie in Chimp Eden als Familienverbund.
In ihrer zweiten Heimat ist aus Mary ein lebhaftes und selbstständiges junges Weibchen geworden. Mit jetzt 14 Jahren versteht sie es, für sich selbst einzustehen. Nur selten bittet sie um Hilfe von Gleichaltrigen. Mary hat eine enge Beziehung zu Bazia aufgebaut, die ungefähr im gleichen Alter ist. Allerdings verfügt Mary über mehr Selbstvertrauen als Bazia und es wird oft beobachtet, wie sie ihre Freundin tröstet oder sich in Konfrontationen mit anderen für sie einsetzt. Mary ist in Chimp Eden ein „lebhaftes und selbstständiges junges Weibchen“.

Dank Chimp Eden bekam Mary ein neues Leben und konnte sich von ihrem frühen Trauma erholen. Hier darf sie mit ihren Freunden in ihrer neuen Schimpansenfamilie alt werden.

Chimp Eden – ein Ort des Schutzes

Chimp Eden ist das erste und einzige Schimpansenschutzgebiet in Südafrika. Gegründet im Jahr 2006 wurde der „Paradies für Schimpansen“ getaufte Zufluchtsort, als Programmreihe auf Animal Planet vorgestellt und so weltweit bekannt. Inmitten eines 1000 Hektar großen Naturschutzgebiets ist Chimp Eden das zweite Zuhause für 33 Schimpansen, die alle aus ihren natürlichen Lebensräumen in ganz Afrika vertrieben und Opfer der illegalen Buschfleisch-, Wildtier- oder Unterhaltungsindustrie wurden.

Heute kommen mehr als 1.200 Besucher pro Monat, um mehr über das Schutzgebiet und die Schimpansen zu erfahren. Für die Station sind Bildungsangebote und Ökotourismus eine wichtige Einnahmequelle und eine hervorragende Möglichkeit den Menschen die bedrohte Welt der Schimpansen, ihre Bedürfnisse und Lebensart näher zu bringen. So trägt das vom Jane Goodall Institut verwaltete Naturschutzgebiet durch Aufklärung und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung auch zur Beendigung des illegalen Tierhandels, des Buschfleischhandels und des Missbrauchs von Schimpansen zu Unterhaltungszwecken bei. Chimp Eden liegt Jane Goodall besonders am Herzen, da es den geretteten Schimpansen eine zweite Chance auf ein glückliches Leben in einem natürlichen Umfeld bietet. Eine glückliche Ausnahme ist Baby Amari. Sie erblickte, zur Überraschung aller, im Oktober 2017 in Chimp Eden das Licht der Welt.

In Chimp Eden bekommen die Opfer des Buschfleisch- und Wildtierhandels sowie der Unterhaltungsindustrie eine zweite Chance auf ein glückliches Leben.

Das Paradies ist in akuter Gefahr!

Es traf uns völlig unerwartet: plötzlich sind Chimp Eden und die 33 dort lebenden Schimpansen bedroht. Der Eigentümer, der eng mit der Entstehung des Schutzgebietes verbunden war und von dem das Jane Goodall Institut das Land bisher gepachtet hatte, musste das Gebiet durch private Veränderungen an die Bank überschreiben. Nun steht es zum Verkauf. Zwar hat die Bank dem Team von Chimp Eden ein Vorkaufsrecht gewährt, doch die nötige Summe von 850.000 USD übersteigt bei weitem die Mittel der Station, die sich bis jetzt selbst erhalten konnte. Durch Besuchergebühren und kleine Spenden konnten die täglichen Betriebskosten, wie Personal-, Lebensmittel- und Veterinärkosten gedeckt werden. Aufgrund der großen Summe und der Zeitnot – bis Ende 2019 müssen wir den Kauf tätigen – hat unser Team vor Ort alle Möglichkeiten gründlich durchdacht und geprüft. Das Fazit: Der Kauf des Landes ist die einzig sinnvolle Option für die Schimpansen. Es wäre viel teurer und aufwendiger, ein neues Schutzgebiet zu finden und die Gehege und Besuchergebäude dort wiederaufzubauen. Zudem würde dies enormen Stress für die Schimpansen bedeuten und die bisherige finanzielle Unabhängigkeit durch den Tourismus als Einnahmequelle gefährden. Bis Ende 2019 muss es uns gelingen genug Geld zu sammeln, um den Kauf des Schutzgebietes und damit die Heimat der Schimpansen zu sichern.

Das können wir nur gemeinsam schaffen.

Um die Zukunft von Chimp Eden zu sichern, helfen alle Jane Goodall Institut weltweit zusammen. Denn den Betrag von 850.000 USD bis Ende des Jahres können wir nur mit einer gemeinsamen Anstrengung und viel Hilfe von Unterstützern wie Ihnen aufbringen. Neben Fundraising-Aktivitäten direkt in Südafrika und Kontakt mit allen, die mit dem Schutzgebiet verbunden sind, machen wir in allen Ländern mit Jane Goodall Instituten auf die Bedrohung von Chimp Eden aufmerksam. Wir hoffen, dass sich viele Menschen finden und helfen die zweite Heimat der 33 Schimpansen zu sichern.

Als Dankeschön für die finanzielle Unterstützung wird es im Schutzgebiet einige Möglichkeiten geben Großspendern die gebührende Anerkennung zukommen zu lassen. Folgende Optionen werden gerade geprüft:
Namensgebung eines Geheges Ehrentafel mit Namen an der Wand des Besucherzentrums Namentliche Nennung in der Chinp Eden Broschüre und Online

Ein neues Gehege als Sinnbild
Schon im Jahr 2014 meisterte Chimp Eden eine große finanzielle Herausforderung: In nur sechs Monaten schaffte es das Team 250.000 USD zu sammeln, um ein neues Gehege für die gewachsene Anzahl der Schimpansen zu bauen, die Einrichtungen zu verbessern und die Unterstützung vor Ort zu erhöhen. Dies gelang mit Hilfe einer FB-Kampagne, einiger wichtiger Geldgeber und institutioneller Spender. Diesen Erfolg nehmen wir als Ansporn, dass wir es mit vereinten Kräften auch diesmal schaffen können.

Bitte helfen Sie uns dabei – zum Wohl von Mary und ihrer Familie, den Schimpansen von Chimp Eden!

Über Jane Goodall Institut - Austria

Das Jane Goodall Institut – Austria (JGI-A) wurde 2003 in Wien gegründet und wird von Mag. Diana Leizinger und Doris Schreyvogel geleitet. Oberstes Ziel ist der Schutz der Schimpansen und anderer Primaten durch ganzheitlichen Artenschutz. Dies kann heute nur im Kontext sozialer und wirtschaftlicher Aspekte sowie durch nachhaltige Programme und Hilfe zur Selbsthilfe erreicht werden. Daher konzentriert sich das JGI-A auf holistische Artenschutzprojekte in jenen Bereichen, die für den Rückgang der vom Aussterben bedrohten Primaten und die Zerstörung ihres Lebensraums verantwortlich sind und arbeiten eng mit Forschungseinrichtungen und lokalen Gemeinden zusammen. Basis der Arbeit ist die Förderung des respektvollen, nachhaltigen Umgangs mit Menschen, Tieren und der Natur. Durch unser Roots & Shoots-Programm für junge Menschen jeden Alters, das es derzeit in über 50 Ländern weltweit gibt, schaffen die Jane Goodall Institute eine informierte und mitfühlende kritische Masse an jungen Menschen, die dabei hilft, eine bessere Welt für Menschen, Tiere und unsere Umwelt zu schaffen.

Über Dr. Jane Goodall
Jane Goodall wurde am 3. April 1934 in London geboren. Im Alter von 26 Jahren folgte sie ihrer Leidenschaft und reiste nach Afrika, nach Gombe in Tansania, wo sie mit ihren bahnbrechenden Schimpansenstudien in freier Wildbahn begann, wobei sie sich in deren Lebensraum eher als eine von ihnen benahm als eine außenstehende Beobachterin. Ihre Entdeckung im Jahre 1960, dass Schimpansen Werkzeuge herstellen und verwenden, versetzte die Welt der Wissenschaft in helle Aufregung und definierte die Beziehung zwischen Menschen und Tieren neu. Heute reist Dr. Jane Goodall um die ganze Welt, erzählt von den Bedrohungen, mit denen Schimpansen heutzutage zu kämpfen haben und von anderen Umweltkrisen, aber auch darüber, warum sie Grund zur Hoffnung hat. In ihren Werken und Vorträgen betont sie die Verbundenheit aller Lebewesen und die kollektive Stärke der Tätigkeit jedes/r Einzelnen. Dr. Goodall ist UN-Friedensbotschafterin, Trägerin zahlreicher Auszeichnungen und hat im September 2019 das Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse von Bundespräsident Alexander Van der Bellen überreicht bekommen.

Über die Jane Goodall Institute
Das Jane Goodall Institute (JGI) ist eine weltweit tätige Umweltorganisation, die 1977 gegründet wurde, um die Vision und die Arbeit von Dr. Jane Goodall mit Instituten in über 30 Ländern weltweit zu verbreiten.

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